Sprachwerkstatt für drängende Gottesfragen

"Worüber man nicht schweigen kann, darüber muss man sprechen." (Fridolin Stier)

Monat

September 2016

Spiritualität der Störung

Jeden Tag um fünf läutet die Glocke. Dann ist es Zeit für die Vesper, und dann muss ich Raum für das Werk Gottes machen und zur Kapelle. Wenn ich das Chaos auf meinem Schreibtisch gerade ein wenig zu überblicken beginne, will ich das eigentlich lieber nicht. Schade, denke ich dann, es fing gerade an zu laufen. Wenn es nicht läuft, irritiert mich die Glocke auch. Schade, so wird es nie etwas. Meine spontane Reaktion besteht dann darin, dass ich den Gedanken, der mir gerade durch den Kopf geht, festhalten muss. Nach der Vesper erinnere ich mich bestimmt noch daran. Das ist praktisch nie so. Bin ich dann enttäuscht? Ja, aber dann tut sich immer eine neue Perspektive auf. Und vielleicht kommt ein noch viel besserer, überraschenderer Gedanke in mir auf. Wir leben daher in einer Spiritualität der Störung. Man muss bereit sein, sich immer wieder stören zu lassen.
Thomas Quartier OSB: Das Kloster im Leben. Monastische Spiritualität als Provokation, Kevelaer 2016, 82

Nachtgebet nine-eleven

Die Nacht ist bang. Gib uns, dass Frieden werde. Siehe diese arme, leidzerrissene Erde! Du Gott des Friedens, ende allen Streit. Mach uns zu Friedensboten dieser Zeit. [Jörg Zink (1991)]
Aus dem Hymnus der Komplet am 11.09.2016 (Te Deum 09/2016, 104)

© 2017 Sprachwerkstatt für drängende Gottesfragen — Diese Website läuft mit WordPress

Theme erstellt von Anders NorénNach oben ↑