Sprachwerkstatt für drängende Gottesfragen

"Worüber man nicht schweigen kann, darüber muss man sprechen." (Fridolin Stier)

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Spiritualität der Störung

Jeden Tag um fünf läutet die Glocke. Dann ist es Zeit für die Vesper, und dann muss ich Raum für das Werk Gottes machen und zur Kapelle. Wenn ich das Chaos auf meinem Schreibtisch gerade ein wenig zu überblicken beginne, will ich das eigentlich lieber nicht. Schade, denke ich dann, es fing gerade an zu laufen. Wenn es nicht läuft, irritiert mich die Glocke auch. Schade, so wird es nie etwas. Meine spontane Reaktion besteht dann darin, dass ich den Gedanken, der mir gerade durch den Kopf geht, festhalten muss. Nach der Vesper erinnere ich mich bestimmt noch daran. Das ist praktisch nie so. Bin ich dann enttäuscht? Ja, aber dann tut sich immer eine neue Perspektive auf. Und vielleicht kommt ein noch viel besserer, überraschenderer Gedanke in mir auf. Wir leben daher in einer Spiritualität der Störung. Man muss bereit sein, sich immer wieder stören zu lassen.
Thomas Quartier OSB: Das Kloster im Leben. Monastische Spiritualität als Provokation, Kevelaer 2016, 82

Nachtgebet nine-eleven

Die Nacht ist bang. Gib uns, dass Frieden werde. Siehe diese arme, leidzerrissene Erde! Du Gott des Friedens, ende allen Streit. Mach uns zu Friedensboten dieser Zeit. [Jörg Zink (1991)]
Aus dem Hymnus der Komplet am 11.09.2016 (Te Deum 09/2016, 104)

Herz und Verstand

Gott hat gewollt, dass die göttlichen Wahrheiten nicht durch den Verstand ins Herz, sondern durch das Herz in den Verstand eingehen. Denn die menschlichen Dinge muss man kennen, um sie zu lieben, die göttlichen muss man lieben, um sie zu kennen.
Blaise Pascal (1623–1662)

Urban Monk

Ein Mönchsein, dass für Männer und Frauen zugleich, für Glaubende und Zweifelnde ebenso, für alle Suchenden eine Möglichkeit und eine Form sein kann. Ein solches Mönchsein ist unabhängig davon, ob ich verheiratet bin oder getrennt lebe, geschieden bin oder gerade frisch verliebt. Dem Leben eine Richtung und Orientierung zu geben, eine Form, eine Prägung, darum geht es.
Bruder David

Das Leben in der Stadt nach „Klosterregeln“ zu gestalten, finde ich einen reizvollen Gedanken. Einige der zehn Punkte, die Bruder David in seinem Beitrag nennt, versuche ich schon seit einer ganzen Weile – mit mehr oder weniger gutem Erfolg –… Weiterlesen →

Vom gemeinschaftlichen Besitz der Oberfläche der Erde

»Ursprünglich aber [hat] niemand an einem Orte der Erde zu sein mehr Recht hat als der Andere« (Immanuel Kant)

Arnulf von Scheliha Migration in ethisch-religiöser Reflexion. Theologiegeschichtliche und ethische Erwägungen zu einem aktuellen Thema Von entscheidender Bedeutung ist die naturrechtliche Begründung dieses »Wohlwollensgebotes«, die Kant gibt. Es ist verankert in dem Recht »des gemeinschaftlichen Besitzes der Oberfläche der Erde,… Weiterlesen →

Dunkel ist die Welt geworden – Hymnus in der Laudes von heute

Dunkel ist die Welt geworden, als du um die sechste Stunde,  Herr, das harte Kreuz bestiegst. Schenk uns Licht von deinem Lichte, wenn wir selbst in diesem Dunkel mühsam deine Wege gehn. Schenk uns Kraft aus deiner Gnade, die dein Leiden uns erworben, dass wir immer zu dir stehn. Führe uns auf deinen Spuren durch den Geist ins Haus des Vaters, dass wir ewig bei dir sind. (Te Deum. Das Stundengebet im Alltag. Dienstag, 22. März 2016)

DIE ZEIT Nº 51/2015

Navid Kermani über die Liebe zum Islam

Jemand wie ich kann den Islam nicht auf diese Weise verteidigen. Er darf es nicht. Die Liebe zum Eigenen – zur eigenen Kultur wie zum eigenen Land und genauso zur eigenen Person – erweist sich in der Selbstkritik. Die Liebe zum anderen – zu einer anderen Person, einer anderen Kultur und selbst zu einer anderen Religion – kann viel schwärmerischer, sie kann vorbehaltlos sein. Richtig, die Liebe zum anderen setzt die Liebe zu sich selbst voraus. (...) Die Selbstliebe hingegen muss, damit sie nicht der Gefahr des Narzissmus, des Selbstlobs, der Selbstgefälligkeit unterliegt, eine hadernde, zweifelnde, stets fragende sein. Wie sehr gilt das für den Islam heute! Wer als Muslim nicht mit ihm hadert, nicht an ihm zweifelt, nicht ihn kritisch befragt, der liebt den Islam nicht.
Navid Kermani

Aus Navid Kermanis Rede bei der Entgegennahme des Friedenspreises des deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche am 18. Oktober 2015.

The Pope Is a Christian!

Some Catholic bloggers have suggested that the pope is not truly Catholic. They are right to be in a panic. They are not used to having a pope who is a Christian.
Garry Wills

Hier der Link zum gesamten Artikel: The Pope Is a Christian!

Gott sei Dank, es ist Sonntag!

Dein Tag, o Herr, uns hell anbricht nach dieser Woche Sorgen. Es strahlt uns auf in seinem Licht ein neuer Ostermorgen und kündet, dass wir sind erlöst durch deinen Tod und neu getröst' durch deine Auferstehung.
Te Deum: Hymnus zur Laudes am 6. September 2015

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