{"id":2639,"date":"2023-11-21T18:00:00","date_gmt":"2023-11-21T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/?p=2639"},"modified":"2023-11-26T20:18:10","modified_gmt":"2023-11-26T19:18:10","slug":"tag-2-ordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/2023\/11\/21\/tag-2-ordnung\/","title":{"rendered":"Tag 2: Ordnung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-justify\">Der Tag beginnt fr\u00fch im Kloster. Um f\u00fcnf Uhr klingelt mein Wecker. Nach dem Duschen geht es zuerst in die Kirche. Vigilien und Laudes ab 05:30 Uhr. Zur\u00fcck in meinem Zimmer dann 20 Minuten Meditation. Anschlie\u00dfend Lectio Divina, geistliche Schriftlesung. Das Programm habe ich mir selber so vorgenommen. Im G\u00e4stefl\u00fcgel, kann jeder Gast seinen Tag gestalten, wie er oder sie m\u00f6chte. F\u00fcr mich sollen es aber ja Exerzitien werden, geistliche \u00dcbungen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"745\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0277-1-745x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2640\" srcset=\"https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0277-1-745x1024.jpeg 745w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0277-1-218x300.jpeg 218w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0277-1-768x1055.jpeg 768w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0277-1-1118x1536.jpeg 1118w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0277-1-1491x2048.jpeg 1491w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0277-1-scaled.jpeg 1863w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Schon vor einiger Zeit habe ich ein Heft zur Lectio Divina mit Jesus-Fragen entdeckt und es aus einem Impuls heraus bestellt. Seitdem lag es auf dem Stapel der noch zu lesenden B\u00fccher. Jetzt liegt es vor mir auf dem Tisch. Heute probiere ich es aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Morgengebet und Meditation sollten als geistliche Einstimmung eigentlich reichen. Ich lese direkt den vorgeschlagenen Bibeltext, Markus 10,46-52:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color wp-elements-a327ff9a889cbf342ee00c60cd9bd99c\"><em>Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen J\u00fcngern und einer gro\u00dfen Menschenmenge Jericho wieder verlie\u00df, sa\u00df am Weg ein blinder Bettler, Bartim\u00e4us, der Sohn des Tim\u00e4us. Sobald er h\u00f6rte, dass es Jesus war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele befahlen ihm zu schweigen. er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tue? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich m\u00f6chte sehen k\u00f6nnen. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dich gerettet. Im gleichen Moment konnte er sehen und er folgte Jesus auf seinem Weg nach.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Es werden mir drei Schritte vorgeschlagen. Der erste Schritt lautet: <strong>Ich lese den Text.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Das f\u00e4llt mir nicht schwer. \u2013 Was willst Du, dass ich dir tue? (Mk 10,51) \u2013 Jesu Frage zielt darauf, das Anliegen des Bettlers zu verstehen. Den Anlass kennt er schon. Der Mann ist blind. Er sitze am Wegesrand und bettelt. Jesus kommt vorbei. Das ist die Gelegenheit. Gott soll sich seiner erbarmen. Jesus soll sich seiner Situation annehmen. Was aber ist genau sein Anliegen? \u2013 Ein systemischer Berater h\u00e4tte an Jesu Stelle wahrscheinlich gefragt: Mal angenommen, diese Begegnung mit mir l\u00e4uft so, wie du es dir w\u00fcnschst. Was ist dann hinterher anders als vorher? Was hat sich ver\u00e4ndert? \u2013 Die Antwort des Bettlers kommt wie aus der Pistole geschossen: Rabbuni, ich m\u00f6chte sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Der zweite Schritt, der mir vorgeschlagen wird lautet: <strong>Der Text liest mich<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Dar\u00fcber denke ich etwas l\u00e4nger nach.\u00a0 \u2013 Was ist mein Anliegen f\u00fcr diese Woche? Den Anlass kenne ich schon. Ich bekomme die Chance, im Rahmen einer Fortbildung eine Woche Exerzitien im Kloster zu erleben. Das Klosterleben und das Stundengebet faszinieren mich sehr. Das einmal selber zu erleben, w\u00fcnsche ich mir schon lange. Aber was genau ist mein Anliegen? \u2013 Mal angenommen, ich finde hier im Kloster, wonach ich suche. Mal angenommen, es passiert etwas in mir und mit mir.\u00a0 Was ist dann anders als vorher? \u2013 Ich bin dann ruhiger, gelassener, konzentrierter. \u2013 Wie ist das, wenn Du ruhiger, gelassener und konzentrierter bist? Woran erkennst du das? \u2013 Ich werde dann nicht mehr st\u00e4ndig zum Handy greifen. \u2013 Was tust du, wenn du nicht mehr st\u00e4ndig zum Handy greifst? Was machst du statt dessen? \u2013 Ich bleibe bei dem, was ich gerade mache. Ich lese ohne Unterbrechung am St\u00fcck. Ich bleibe im Kontakt, im Gespr\u00e4ch, das gerade besteht. Ich bin im Hier und Jetzt. Dann hat alles seine Zeit. Dann ist alles die Zeit wert, die es dauert. \u2013 Dann gebe ich allem die Zeit, die es braucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Schritt lautet: <strong>Mit der Frage weitergehen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">\u201eWas willst du, dass ich dir tue?\u201c, fragt Jesus. Mein Anliegen ver\u00e4ndert sich durch seine Frage. Es wird von etwas, das mir widerf\u00e4hrt zu etwas, das ich tue. So geht es dem Blinden Bartim\u00e4us auch. Die Erz\u00e4hlung endet damit, was Bartim\u00e4us tut: Er folgte Jesus auf seinem Weg nach. F\u00fcr mich hei\u00dft das: Ich werde beobachten, was sich bei mir im Laufe der Woche ver\u00e4ndert. Was ich im Laufe der Woche anders mache, um allem die Zeit zu geben, die es braucht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0279-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2643\" srcset=\"https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0279-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0279-225x300.jpeg 225w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0279-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0279-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/saschafluechter.de\/reisetagebuch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/IMG_0279-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Am Tagesablauf im Kloster kann man dazu interessante Beobachtungen machen. Ich habe das Gef\u00fchl, dass hier einfach so viel mehr Zeit ist als in meinem Alltag. Gut, nun arbeite ich in dieser Woche auch nicht in der \u00fcblichen Weise. Aber selbst f\u00fcr einen normalen B\u00fcrotag w\u00e4re hier gen\u00fcgend Zeit. Die Werktage sehen n\u00e4mlich folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n\n\n\n<p>05:30 bis 06:15 Uhr \u2013 Vigilien und Laudes<\/p>\n\n\n\n<p>07:30 bis 08:15 Uhr \u2013 Konventamt<\/p>\n\n\n\n<p>08:15 bis 09:00 Uhr \u2013 Fr\u00fchst\u00fcck<\/p>\n\n\n\n<p>11:45 bis 12:00 Uhr \u2013 Tageshore<\/p>\n\n\n\n<p>12:00 bis 12:30 Uhr \u2013 Mittagessen<\/p>\n\n\n\n<p>17:30 bis 18:00 Uhr \u2013 Vesper<\/p>\n\n\n\n<p>18:30 bis 19:00 Uhr \u2013 Abendessen<\/p>\n\n\n\n<p>19:45 bis 20:15 Uhr \u2013 Komplet<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Dadurch, dass die Zeiten f\u00fcr das Gebet, den Gottesdienst und die Mahlzeiten unverr\u00fcckbar feststehen, entstehen verl\u00e4ssliche Zeitr\u00e4ume f\u00fcr alles andere. Eine interessante Erfahrung&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag beginnt fr\u00fch im Kloster. Um f\u00fcnf Uhr klingelt mein Wecker. Nach dem Duschen geht es zuerst in die Kirche. Vigilien und Laudes ab 05:30 Uhr. Zur\u00fcck in meinem Zimmer dann 20 Minuten Meditation. Anschlie\u00dfend Lectio Divina, geistliche Schriftlesung. Das Programm habe ich mir selber so vorgenommen. 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