Sprachwerkstatt für drängende Gottesfragen

"Worüber man nicht schweigen kann, darüber muss man sprechen." (Fridolin Stier)

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Navid Kermani

Navid Kermani über die Liebe zum Islam

Jemand wie ich kann den Islam nicht auf diese Weise verteidigen. Er darf es nicht. Die Liebe zum Eigenen – zur eigenen Kultur wie zum eigenen Land und genauso zur eigenen Person – erweist sich in der Selbstkritik. Die Liebe zum anderen – zu einer anderen Person, einer anderen Kultur und selbst zu einer anderen Religion – kann viel schwärmerischer, sie kann vorbehaltlos sein. Richtig, die Liebe zum anderen setzt die Liebe zu sich selbst voraus. (...) Die Selbstliebe hingegen muss, damit sie nicht der Gefahr des Narzissmus, des Selbstlobs, der Selbstgefälligkeit unterliegt, eine hadernde, zweifelnde, stets fragende sein. Wie sehr gilt das für den Islam heute! Wer als Muslim nicht mit ihm hadert, nicht an ihm zweifelt, nicht ihn kritisch befragt, der liebt den Islam nicht.
Navid Kermani

Aus Navid Kermanis Rede bei der Entgegennahme des Friedenspreises des deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche am 18. Oktober 2015.

Navid Kermani über den Protestantismus

Schauen Sie doch mal, wie sprachlich verhunzt viele heutige Bibelübersetzungen sind, wie wenig auf die rhetorische Qualität der Predigt geachtet wird, wie wenig das sinnliche Element in den meisten protestantischen Gottesdiensten noch gilt, der einst so bedeutende Gesang, die Musik. Dieses protestantische Christentum, das ich auf einem Forum des Kirchentags höre oder das mir in der evangelischen Beilage der Zeitung begegnet, mag ja sympathisch sein, aber es lässt mich kalt.
Navid Kermani

Es lohnt die Lektüre des gesamten Feuilleton-Interviews unter dem Titel „Religion ist eine sinnliche Erfahrung“ in: DIE ZEIT Nº 34/2015, S. 37f.

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