Maria Magdalena ihr sein Fuß und andere spirituelle Erfahrungen

Der heutige Tag beginnt mit dem Versuch, den Petersdom zu besuchen. Das Problem: Die Idee hatten ein paar andere auch. Ein paar viele. Die Schlange für die Sicherheitskontrolle lief fast einmal komplett um den Petersplatz. Da braucht es morgen nochmal einen neuen Anlauf und zwar deutlich früher.

Heute sind wir dann zur Engelsburg gegangen. Auch da war einiges los, aber keine Schlange am Eingang. Dumm nur, dass das daran lag, dass die Engelsburg montags geschlossen ist. Auch das braucht eine Wiederholung.

Die nächste Kirche auf unserem Weg ohne Schlange am Eingang ist unsere Chance. Es ist die San Giovanni dei Fiorentini. Das wir dort auf den Fuß der Namenspatronin unserer Ferienwohnung, des Maria Magdalena Apartment Saint Peter’s, treffen würden, war so nicht zu erwarten. Der ist da hinter Glas ausgestellt. Maria Magdalena ihr sein Fuß, wie man bei uns sagen würde. Wie genau sie ihren Fuß verloren hat und der nach Rom gekommen ist, konnten wir noch nicht ermitteln. Aber es muss ein Zeichen sein. Eine spontane Wunderheilung des chronisch fußkranken Jens hat indes nicht stattgefunden. Gut für ihn. Er hätte dann beim Wandern nämlich keine Ausreden mehr.

Unser Weg führt uns als nächstes zum deutschen Pilgerzentrum in Rom. Dort bekommen wir die vorbestellten Tickets für die Generalaudienz am Mittwoch. Wir bekommen den Hinweis, dass wir gegen viertel nach sieben in der Schlange sein sollten, um halbwegs im Mittelfeld zu sein. Wir werden unser Bestes geben. Vorsichtshalber machen wir aber direkt vor Ort ein Selfie mit dem Heiligen Vater, der dafür geduldig zur Verfügung steht.

Da es nun 12:00 Uhr ist, werden wir eingeladen, mit den Mitarbeitenden des Pilgerbüros das „Regina Coeli“ zu singen und zu beten. Das war insofern sehr schön, weil die Liturgie ein Gebet für die Verstorbenen enthält. Etwa zu dieser Zeit musste unser Nachbar und Freund seinen Vater beerdigen. In Gedanken und im Gebet waren wir so dabei.

Anschließend haben wir uns dann doch noch in eine Schlange gestellt. Am Pantheon warten wir locker eine Stunde. Am Ticketautomat angekommen verstehen wir sofort, was hier so lange dauert: Für jedes Ticket müssen Vor- und Zuname eigetippt werden, außerdem die E-Mail-Adresse (die zwar nur optional, aber kaum jemand checkt das). Es hat sich aber gelohnt. Sehr beeindruckend.

Es folgt ein tolles Essen in einer der schmalen Gassen Roms. Wir bestellen „Pasta di Nonna Meli“ und erweisen damit einem tollen Film die Ehre: „Die Nonnas“ – Es war sehr lecker und ausgesprochen preiswert dazu.

Zum krönenden Abschluss erklimmen wir die Terrazza Gianicolo über Trastevere. Es erwartet uns ein traumhafter Blick über die Stadt. Ganz ohne Schlange und Menschenmassen.

Im Rhythmus der Tagzeiten. Vier Tage im Kloster Kirchberg

Tag 1 – Laudes

07:45 Uhr. Zur Zeit, in der im Kloster Kirchberg die Laudes gebetet wird, mache ich mich auf zum Duisburger Hauptbahnhof. Ich habe entschieden, mit dem Zug nach Sulz am Neckar zu fahren und nicht mit dem Auto. Denn die Strecke ist lang und ich habe, die Hoffnung, im Zug noch die E-Mails vom Wochenende und dem Wochenstart abarbeiten zu können, bevor dann im Kloster wieder Digital Detox angesagt ist und ich eine Woche ohne WLAN und mobile Daten sein werde.

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Tag 3 – Vesper

So langsam habe ich mich in die Liturgien der Tagzeitengebete eingehört und kann gut mitsingen. Im Kloster Maria Laach im letzten Jahr ist mir das nicht so recht gelungen. Auch haben dort die Besucherinnen und Besucher der Gebetszeiten in der Klosterkirche allesamt nur schweigend teilgenommen. Das ist hier anders. Es sind vor allem Mitarbeitende des Klosters und Stammgäste, die an den Gebetszeiten teilnehmen und daher gut geübt sind. Alles ist aber auch aufs Mitmachen ausgelegt. Trotz der nicht ganz unkomplizierten Folge von Gesängen, die aus dem Evangelischen Tagzeitenbuch und dem Evangelischen Gesangsbuch stammen, gibt es ein Anzeigesystem mit Farben und ein Liturgieblatt mit entsprechenden Markierungen. Es ist leicht zu durchschauen und daher partizipativ angelegt.

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Tag 4 – Komplet

An Stelle der Laudes wird an jedem Donnerstag eine Evangelische Werktagsmesse gefeiert. Darauf habe ich mich besonders gefreut, weil ich ja nicht über das Wochenende und damit am Sonntag hier bin. Die Werktagsmesse hat eine vergleichsweise schlichte Form. Im Zentrum steht die Feier des Abendmahls. Eine Predigt gab es nicht, nach der Evangeliumslesung folgte eine Zeit der Still. Meinem spirituellen Bedürfnissen kommt das sehr entgegen. Die Liturgische Form der Abendmahlsfeier als evangelische Messe ist auch meine liebste Form.

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Auf dem Dingle Way in Irland – Die Reise beginnt

Wir sind wieder zum Wandern unterwegs. Diesmal auf dem Dingle Way in Irland. Der Block dazu ist eine Gemeinschaftsproduktion mit herrjensemann.de, dem Blog meines Bruders. Wir werden uns beim Schreiben abwechseln. Der erste Beitrag ist hier zu finden: https://herrjensemann.de/wanderurlaube/dingle-way-irland-2024/2024/04/warum-die-konditionellen-unterschiede-direkt-am-ersten-tag-sichtbar-werden-oder-jesus-christ/

Von Camp nach Annascaul (18,5 km) – Oder: Regenschutz im Praxistest

Heute geht es endlich los, die erste – kürzeste – Etappe steht auf dem Programm. Etwas Sorgen macht uns der Regen. Nachdem wir gestern zwischen Flughafenausgang und Taxistand klatschnass geworden sind, schauen wir respektvoll bis ängstlich auf die Wettervorhersage. Gut, dass hier alles verhandelbar ist. Mit Hilfe des Herbergsvaters und seines Wetterberichts konnten wir den Niederschlag von 23 Liter pro Quadratmeter immerhin auf 8 Liter pro Quadratmeter herunterhandeln. Aber allein das ist auch noch eine ganze Menge.

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Von Dingle nach Dunquin (22,4 km) – Oder: Es gibt kein schlechtes Wetter. Doch!

Nachdem wir den Abend gestern im Hafenstädtchen Dingle verbracht haben, wo – im Vergleich zu den bisherigen Unterkunftsorten – das Leben pulsiert, geht es heute auf die Etappe nach Dunquin. Als wir am Ortsausgang die Destille passieren, wird es immer ruhiger. Irgendwann hören wir nur noch die Vögel singen und unsere Schritte auf dem Weg. Wir kommen zügig in einen guten Rhythmus und gut voran. Stefan gönnt sich noch eine kleine Extratour, während wir an einem Tante-Emma-Laden mit Poststation einen Kaffee trinken.

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