Sprachwerkstatt für drängende Gottesfragen

"Worüber man nicht schweigen kann, darüber muss man sprechen." (Fridolin Stier)

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Zitate

Dorothee Sölle (1929 – 2003)

Ich werde manchmal gefragt, warum ich denn "immer noch" für Gerechtigkeit, Friede und die gute Schöpfung eintrete. "Immer noch" frage ich zurück, wir fangen doch gerade erst an, aus der Verbundenheit mit dem Leben heraus, zu kämpfen, zu lachen, zu weinen. Wir können uns doch nicht auf das geistige Niveau des Kapitalismus zurückschrauben und ständig "Sinn" mit "Erfolg" verwechseln. Das ist eine lebensgefährliche Verwechslung, wenn wir das auf das Leben zurückrechtstutzen auf das Machbare und das, was sich konsumieren lässt. Meine Tradition hat uns wirklich mehr versprochen! Ein Leben vor dem Tod, gerechtes Handeln und die Verbundeheit mit allem, was lebt, die Wölfe neben den Lämmern und Gott nicht oben und nicht später, sondern jetzt und hier. Bei uns, in uns.
Dorothee Sölle

Sprich, du Naher … – Hymnus in der Vesper von heute

Gott du, deines Mantels Saum möchten wir berühren. Einen Hauch, ein Wehen kaum gib uns zu verspüren. Lass, du Dunkler, der so fern, Licht ins Dunkel scheinen, dass sich wie in einem Stern Erd und Himmel einen. Sprich, du Naher,… Continue Reading →

ChangeWriters – Deine Geschichte, deine Zukunft

Und das, was sich ganz schnell geändert hat, war, dass ich ganz viel Respekt den Jugendlichen entgegengebracht habe für ihre Lebensleistung. Ich habe den Eindruck, dass die das auch schnell gespürt haben. Und das hat einen Wendepunkt bedeutet in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern.
Jörg Knüfken, Initiator von ChangeWriters e.V.

Ein tolles Projekt! „Das Projekt ChangeWriters – Wie Tagebuchschreiben Schulverweigerern hilft“, zum Beitrag von Gerit Stratmann für Deutschlandfunk Kultur geht es hier. Zur Homepage von ChangeWriters e.V. geht es hier.

Spiritualität der Störung

Jeden Tag um fünf läutet die Glocke. Dann ist es Zeit für die Vesper, und dann muss ich Raum für das Werk Gottes machen und zur Kapelle. Wenn ich das Chaos auf meinem Schreibtisch gerade ein wenig zu überblicken beginne, will ich das eigentlich lieber nicht. Schade, denke ich dann, es fing gerade an zu laufen. Wenn es nicht läuft, irritiert mich die Glocke auch. Schade, so wird es nie etwas. Meine spontane Reaktion besteht dann darin, dass ich den Gedanken, der mir gerade durch den Kopf geht, festhalten muss. Nach der Vesper erinnere ich mich bestimmt noch daran. Das ist praktisch nie so. Bin ich dann enttäuscht? Ja, aber dann tut sich immer eine neue Perspektive auf. Und vielleicht kommt ein noch viel besserer, überraschenderer Gedanke in mir auf. Wir leben daher in einer Spiritualität der Störung. Man muss bereit sein, sich immer wieder stören zu lassen.
Thomas Quartier OSB: Das Kloster im Leben. Monastische Spiritualität als Provokation, Kevelaer 2016, 82

Nachtgebet nine-eleven

Die Nacht ist bang. Gib uns, dass Frieden werde. Siehe diese arme, leidzerrissene Erde! Du Gott des Friedens, ende allen Streit. Mach uns zu Friedensboten dieser Zeit. [Jörg Zink (1991)]
Aus dem Hymnus der Komplet am 11.09.2016 (Te Deum 09/2016, 104)

Herz und Verstand

Gott hat gewollt, dass die göttlichen Wahrheiten nicht durch den Verstand ins Herz, sondern durch das Herz in den Verstand eingehen. Denn die menschlichen Dinge muss man kennen, um sie zu lieben, die göttlichen muss man lieben, um sie zu kennen.
Blaise Pascal (1623–1662)

Urban Monk

Ein Mönchsein, dass für Männer und Frauen zugleich, für Glaubende und Zweifelnde ebenso, für alle Suchenden eine Möglichkeit und eine Form sein kann. Ein solches Mönchsein ist unabhängig davon, ob ich verheiratet bin oder getrennt lebe, geschieden bin oder gerade frisch verliebt. Dem Leben eine Richtung und Orientierung zu geben, eine Form, eine Prägung, darum geht es.
Bruder David

Das Leben in der Stadt nach „Klosterregeln“ zu gestalten, finde ich einen reizvollen Gedanken. Einige der zehn Punkte, die Bruder David in seinem Beitrag nennt, versuche ich schon seit einer ganzen Weile – mit mehr oder weniger gutem Erfolg –… Continue Reading →

Vom gemeinschaftlichen Besitz der Oberfläche der Erde

»Ursprünglich aber [hat] niemand an einem Orte der Erde zu sein mehr Recht hat als der Andere« (Immanuel Kant)

Arnulf von Scheliha Migration in ethisch-religiöser Reflexion. Theologiegeschichtliche und ethische Erwägungen zu einem aktuellen Thema Von entscheidender Bedeutung ist die naturrechtliche Begründung dieses »Wohlwollensgebotes«, die Kant gibt. Es ist verankert in dem Recht »des gemeinschaftlichen Besitzes der Oberfläche der Erde,… Continue Reading →

Dunkel ist die Welt geworden – Hymnus in der Laudes von heute

Dunkel ist die Welt geworden, als du um die sechste Stunde,  Herr, das harte Kreuz bestiegst. Schenk uns Licht von deinem Lichte, wenn wir selbst in diesem Dunkel mühsam deine Wege gehn. Schenk uns Kraft aus deiner Gnade, die dein Leiden uns erworben, dass wir immer zu dir stehn. Führe uns auf deinen Spuren durch den Geist ins Haus des Vaters, dass wir ewig bei dir sind. (Te Deum. Das Stundengebet im Alltag. Dienstag, 22. März 2016)

DIE ZEIT Nº 51/2015

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