Zusammenfassung: Die Frage nach dem Stellenwert des Religiösen in einer ‚guten Schule’ ist nicht die Frage, ob es Religion an der Schule gibt oder geben soll. Alle Schulangehörigen bringen zwangsläufig ihre Werte, Normen, Lebensentwürfe und religiösen Überzeugungen mit an die Schule. Die entscheidende Frage ist, wie die Schule die religiöse Diversität wahrnimmt und auf sie reagiert.

Ein auf die Sicherung der negativen Religionsfreiheit zielendes Unterdrücken von religiösen Lebensäußerungen und Vermeiden von Konfliktfeldern um des Schulfriedens willen, greift zu kurz. Eine ‚gute Schule’ muss um der individuellen Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler und um der gesellschaftlichen Realität in Deutschland willen die religiöse Daseins- und Wertorientierung der Schülerinnen und Schüler auch positiv fördern und damit die Voraussetzungen für einen innerschulischen Religionsfrieden schaffen, der Voraussetzung für Schulfrieden ist.

Das kann gelingen, wenn die jeweilige Einzelschule die Religiosität ihrer Schülerinnen und Schüler genau wahr- und erstnimmt, ihre religiöse Diversität und mögliche Konflikte als interreligiöse Lernchance ansieht, einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht der beteiligten Religionsgemeinschaften fördert und gelebte Religion als Bereicherung des Schullebens und der Schulkultur für die Schulentwicklung fruchtbar macht.

 

Schlüsselworte: Religion, Diversität, Wertorientierung, Konfliktfähigkeit, Religions- und Schulfriede